Sonderfahrt "Das Rheintal entdecken"
Das Rheintal entdecken
Am Samstag, den 24. September 2011 fuhren wir mit einem nostalgischen Sonderzug entlang des Rheintals. Für die Fahrgäste standen Koblenz und Bingen als Reiseziele zur Wahl. Bereits am Vortag wurde der Zug, bestehend aus komfortablen historischen Reisezugwagen und einer nostalgischen Diesellok V 200, im Eisenbahnmuseum Bochum zusammengestellt.
Am Samstagmorgen fuhr der Sonderzug um 6:30 Uhr im Eisenbahnmuseum ab und erreichte nach gut einer Stunde Fahrt den ersten Zustiegshalt, Dortmund Hbf. Hier standen bereits viele Fahrgäste zum Einstieg bereit, für die die Fahrt um 8 Uhr begann. Auf der weiteren Strecke warteten zahlreiche Fahrgäste an den ausgeschriebenen Haltepunkten in Bochum Hbf, Wattenscheid, Essen Hbf, Mülheim (Ruhr) Hbf, Duisburg Hbf und Düsseldorf Hbf. Mit wenigen Minuten Verspätung verließen wir den Düsseldorfer Hauptbahnhof und für alle Passagiere begann ein erlebnisreicher Tag.
„Koblenz verwandelt“
Koblenz erreichten wir mit wenigen Minuten Verspätung gegen 11:20 Uhr. Das schöne Städtchen ist vor allem für das „Deutsche Eck“ am Zusammenfluss von Rhein und Mosel bekannt. In diesem Jahr fand vor dieser beeindruckenden Kulisse die 30. Bundesgartenschau unter dem Motto „Koblenz verwandelt“ statt. Vom Hauptbahnhof aus fuhren wir daher gemeinsam mit den BUGA-Shuttle-Bussen zum Eingang am Kurfürstlichen Schloss. Bereits bei der Ankunft ließ sich erahnen, welch farbenfrohe Blumenmeere die Besucher verzaubern werden.
Am Eingang zum BUGA-Gelände trennten sich jedoch die Wege der Teilnehmer und jeder erkundete die für sich schönsten Ecken. Ein Teil fuhr trotz einer langen Warteschlange mit der Seilbahn über den Rhein hinauf zu der über 3.000 Jahre alten Festung Ehrenbreitstein. Bei strahlendem Sonnenschein bot sich ein atemberaubender Ausblick auf Koblenz. Andere, denen die Warteschlange zu lang war, nutzten einen weiteren Shuttle-Bus und fuhren so hinauf zur Festung.
In den vielen Außenanalgen und Blumenhallen auf dem rund 40 Hektar großen BUGA-Gelände wurden zahlreiche Blumenschauen bestaunt. Manch einer holte sich Anregungen für seinen eigenen Garten und andere genossen die Blumenpracht bei Federweißer und Zwiebelkuchen. Nach einem erlebnisreichen Tag wurde um 17:30 Uhr die Rückfahrt angetreten.
Bingen am Rhein
Nach der Abfahrt aus Koblenz ging die Fahrt durch eine der schönsten und bekanntesten Landschaften Deutschlands. Die Passagiere genossen bei Kaiserwetter den Ausblick auf die sanft geschwungenen Hügel, die kleinen Weinbauorte und die über 20 mittelalterlichen und neuzeitlichen Burgen, die das unter UNESCO-Weltkulturerbe stehende Mittelrheintal prägen. Dabei fuhren die historischen Wagons nicht nur durch Ortschaften mit langer Geschichte wie Rhens, Boppard, St. Goar und Oberwesel, sondern nutzten dabei eine Bahnstrecke, welche selbst von großer historischer Bedeutung ist. Nur ein Wort und die Geschichte des Bahnreisens erscheint wieder vor Augen: Rheingold! In diesem Streckenabschnitt wird eine „glorreiche Vergangenheit“ wieder lebendig und die Passagiere der Sonderfahrt konnten sich in die Zeit der gutbetuchten englischen Reisegäste Ende der 1920er Jahre hineinversetzen.
Mit etwas Verspätung erreichte der Zug um 13 Uhr Bingen, eine kleine beschauliche Stadt am Ende des legendären Mittelrheintals, gegenüber von Rüdesheim und mit Blick auf das imposante, aber zurzeit leider verhüllte Niederwall-Denkmal. Etwa eine Stunde Aufenthalt hatten die Teilnehmer für die Stadt der Hildegard von Bingen mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Burg Klopp im Ortszentrum, die Rochuskapelle und die Basilika St. Martin luden zum kurzweiligen Verweilen ein.
Kurz nach 14 Uhr trafen sich die Teilnehmer der Fahrt an der Hindenburganlage und gingen an Bord der „Germania“. Von dort aus fuhren sie über den Rhein, vorbei am Mäuseturm und der Loreley zurück Richtung St. Goar. Die Schifffahrt beeindruckte durch den etwas anderen Blickwinkel auf das Mittelrheintal und das strahlende Wetter. Je nach persönlichen Vorlieben verbrachten die Reisenden die Zeit in geselligen Runden bei Kaffee und Kuchen oder genossen, an der Reling stehend, den Ausblick. Die Sonne auf dem Wasser glitzerte (oder war es das Rheingold) und die Stimmung war ausgelassen.
Nach ca. zwei Stunden erreichte die „Germania“ St. Goar, wo nochmals Souvenirs und auch die ein oder andere Flasche Rheinwein gekauft werden konnten. Die anschließende Rückfahrt erfolgte mit kurzem Zwischenstopp in Koblenz zum Zustieg der weiteren Fahrgäste in einer prächtigen Abendstimmung und mit vielen interessanten Gesprächen und unvergesslichen Eindrücken.
Text: Beatrice Lindner, Marc Grollmann
Bilder: Beatrice Lindner, Marc Grollmann, DGEG Bahnen & Reisen Bochum AG




































