Reisebericht zur Sonderfahrt "Drei Ziele"
Am 21. August 2010 hieß es für die Dahlhausener Museumsbahner auf in Richtung Emsland und Nordsee! Eingesetzt wurde ein historischer Schnellzug der 60er Jahre, bestehend aus mehreren Schnellzugwagen der ersten und zweiten Wagenklasse sowie drei Wagen des ehemaligen Rheingold-Zuges.
Unsere Kollegen des Freundeskreises Rheingold e.V. bildeten in Köln-Nippes den aus neun Wagen bestehenden Zug bereits am Vorabend. So hieß am Samstag um 4 Uhr Dienstbeginn für das Zugpersonal. Die Lokomotive, eine ehemals österreichische Schnellzug-Elektrolok der Baureihe 1042, wurde angekuppelt und der Zug mit Strom versorgt. In den beiden Speisewagen des Rheingoldzuges wurde es betriebsam, schließlich mussten die Frühstücksportionen vorbereitet und Kaffee gekocht werden. Gegen 5:15 Uhr setzte der Zug sich in Richtung Kölner Hauptbahnhof in Bewegung.
Planmäßig wurden die nun folgenden Haltepunkte in Leverkusen-Mitte, Düsseldorf, Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Essen, Essen-Kray Süd, Wattenscheid, Bochum und Dortmund angefahren. Besonders beeindruckend war es den Sonnenaufgang aus der Aussichtskanzel aus dem Rheingold-Aussichtswagen zu erleben. In zügiger Fahrt verließen wir das Ruhrgebiet. Über Münster und Rheine ging es Richtung Emsland, während den Fahrgästen im Rheingold-Speisewagen von 1928 das mitgebuchte Frühstück serviert wurde.
Der nächste Halt war Papenburg an der Ems. Hier stiegen die ersten Mitreisenden aus. Die meisten von ihnen hatten auch die Besichtigung der berühmten Meyer Werft gebucht. Bevor es mit den Transferbussen zu den großen Kreuzfahrtschiffen ging, hatten die Fahrgäste ausreichend Zeit das emsländische Kleinstädtchen zu erkunden und sich mit einem Mittagessen zu stärken.
Unser Zug machte sich derweil weiter auf den Weg Richtung Norden. Emden war das nächste der „Drei Ziele“, welches pünktlich auf die Minute erreicht wurde. Auch hier verließen uns einige Reisende, um die Stadt und den großen Nordseehafen zu entdecken. Für den Zug jedoch hieß es: Weiterfahren!
Ebenfalls pünktlich erreichten wir dann den Bahnhof Norden. Hier konnte man schon die herrliche Seeluft schnuppern! Nachdem noch eine Zugkreuzung mit einem IC abzuwarten war, konnte unser Zug an die Mole vorziehen. Von hier waren es nur noch wenige Schritte bis zum Schiff, welches die Fahrgäste zur Insel Norderney bringen würde. Die Überfahrt dauerte rund 50 Minuten und war schon fast allein die Reise wert! Ein paar Regentropfen konnten das Vergnügen nicht trüben und im Allgemeinen blieb es trotz wolkenverhangenem Himmel weitgehend trocken. Der rund vierstündige Aufenthalt auf Norderney reichte gut für einen ausgedehnten Strandspaziergang und um in der kleinen Stadt ein gemütliches Restaurant fürs Mittagessen zu entdecken.
Zur Rückfahrt haben sich alle Fahrgäste rechtzeitig am Bahnhof Norddeich-Mole wieder eingefunden, so dass diese auch pünktlich angetreten werden konnte. In flotter Fahrt ging es nach Emden und Papenburg, wo die übrigen Fahrgäste einstiegen und danach weiter durch das schöne Emsland zurück in Richtung Heimat. Im Rheingold-Speisewagen wurde das Abendessen serviert. Die Reisenden im Aussichtswagen genossen den bezaubernden Blick aus der Aussichtskanzel auf die vorbeiziehende Landschaft. Die Einstiegsbahnhöfe wurden in umgekehrter Reihenfolge pünktlich angefahren und im Kölner Hauptbahnhof ging dann ein ereignis- und erlebnisreicher Sonderfahrtentag seinem Ende entgegen.
Text: Sönke Windelschmidt






























