Reisebericht zur Sonderfahrt nach Brühl
Mitten im frühlingshaften Mai unternahmen wir eine Sonderfahrt in die hübsche Kleinstadt Brühl zwischen Köln und Bonn. Zunächst war das ganze hauptsächlich als relativ kostengünstige Fahrt für Familien ins Phantasialand gedacht. Zusätzlich offerierten wir den Fahrgästen die Besichtigung der Schlösser in Brühl, die seit den 1980er Jahren als Weltkulturerbe gelten.
Aufgrund einer leider recht geringen Teilnehmerzahl sowie der drohenden Waldbrandstufe 5 (Verbot des Einsatzes kohlegefeuerter Dampflokomotiven) führten wir die Fahrt mit unserer museums-eigenen V100 durch. Am Tage vor der Fahrt wurden die Wagen aufgerüstet. Pünktlich starteten wir am nächsten Morgen ab dem Bahnhof Dahlhausen mit unserem Zug. Mit Halten in Essen-Steele-Ost, Essen Hbf , Mülheim an der Ruhr, Duisburg und Düsseldorf ging es ohne Halt über Neuss, Dormagen, an Köln vorbei (nicht über Hbf), den großen Güterbahnhof Köln-Eifeltor passierend nach Brühl. Dort kamen wir mit 5 Minuten Verspätung aufgrund von Wartezeiten vor roten Signalen an.
Direkt vor dem Personenbahnhof fuhr der Bus zum Phantasialand ab. Die Fahrgäste wurden vertrauensvoll dem Schaffner des vergnügungsparkeigenen Busses übergeben. Dieser leitete sie dann direkt in das Phantasialand. Die Familien, die sich für diesen Aufenthaltspunkt entschlossen hatten, erlebten einen lustigen Tag und erzählten auf der Rückfahrt begeistert von ihren Erlebnissen.
Bildnachweis: Phantasialand, Schlösser Brühl (Klaus Wohlmann)
Den ernsthafteren Teil in Sachen Kultur nahmen sich die anderen Fahrgäste vor. Brühl hat seinen Bahnhof in 1870 erst einige Jahre nach Eröffnung der Strecke Köln – Bonn erhalten, da adelige und wohlhabende Kreise von dort aus direkt das Brühler Schloss erreichen konnten. Daher ist der Bahnhof direkt vis-à-vis zum Adelssitz der einstmaligen Kurfürsten entstanden. Dadurch konnte auch unsere Gruppe mit einem 5-minütigen Fußmarsch Brühls erste Attraktion erreichen.
Vor Ort erhielten wir eine fachkundige und kurzweilige Führung von mehr als einer Stunde Dauer. Die „Schlossdame“ erklärte aufschlussreich, wie und warum das Schloss gebaut wurde. Zudem erläuterte sie Gemälde, Einrichtungsgegenstände und Deckenbemalungen in ihrer Bedeutung. Ein Besuch von Brühl ist auch sicher für die Leser interessant, zumal der Ort sehr gut mit der Eisenbahn zu erreichen ist. Dagegen ist es wenig schade, dass leider immer wieder Zeitgenossen auf dieser Welt herumlaufen, die eine solche Führung ungeniert mit Mobilfunknutzung belästigen müssen, wie während unserer Führung geschehen.
Anschließend standen einige Stunden zur freien Verfügung. Diese nutzten die Fahrgäste zum Besuch des Schloss Falkenlust sowie zur Besichtigung der Stadt mit altstadtähnlichen Häusern und einigen weiteren interessanten Museen wie z. B. Keramikmuseum, Alltagsmuseum. Im Ort selber bestand die Möglichkeit, in verschiedenen Preisklassen zu speisen, so dass für jeden Fahrgast Alternativen für kulinarische Genüsse bestanden.
Eine halbe Stunde vor der Rückfahrt stand unser Zug wieder abfahrbereit am Bahnsteig, die Fahrgäste kamen nun nach und nach an und pünktlich wurde zurückgefahren. Wie bereits auf den Hinweg wurden die Fahrgäste auch jetzt mit kalten und warmen Getränken durch das Zugpersonal versorgt. In flotter Fahrt wurde auf derselben Strecke wieder Düsseldorf als erster Ausstiegsbahnhof erreicht. Durch das Ruhrgebiet fahrend endete unser Zug diesmal pünktlich in Bochum-Dahlhausen am Bahnsteig. Nach Verabschiedung der letzten Fahrgäste fuhren wir zum Abstellen ins Eisenbahnmuseum. Anschließendes Abrüsten und Ausladen des Zuges wurde gemeinsam mit den Mitarbeitern vor Ort erledigt und danach noch schön gegrillt. Somit hatten nicht nur die Fahrgäste einen schönen Tag inklusive „Feierabendbier“ sondern ebenso die Zugpersonale.



























