|
|
|
 |
 |
 |
 |
38-2267 KESSELSCHADEN STAND APRIL 2009 |
 |
|
|
Wieder einmal schöne Grüße aus der Bochum-Dahlhausener Werkstatthalle. Lang war der Winter, lang und kalt. Aber die Werkstatthalle war noch kälter. Trotzdem haben wir einiges geschafft um unsere Lok dem Fahrbetriebe wieder einmal ein Stück näher zu bringen.
Nachdem der Kessel zur Aufarbeitung verschickt wurde, konnten wir uns einer anderen Sache zuwenden und zwar erst einmal dem Tender. In den alten P8-Unterlagen haben wir uns erst einmal gründlich eingelesen um P8-typische Schäden von vornherein genau zu untersuchen. Bei der Begutachtung von Tenderkasten, Bremsanlage, Drehgestellen und sonstigen Anbauteilen merkten wir schnell, dass es mit einer kurzen Überholung auch hier nicht getan ist. Wir haben lose Nieten gefunden, die zwar momentan für den Fahrbetrieb nicht besonders tragisch wären, sie hätten aber in nächster Zeit ungeheuren Schaden anrichten können. Nach der ersten genauen Arbeitsbesprechung war klar, dass der Tender ausgeachst, die Drehgestelle ausgebaut und zerlegt werden mussten. Das Ausbauen dieser ging noch leicht, aber die Drehgestelle zu zerlegen war eine ganz andere Sache. Einige Mitarbeiter aus der Gleisbautruppe halfen uns dabei und so wurde auch diese Hürde genommen. Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle für die Arbeit. |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Nach der Demontage wurde auch ersichtlich, dass die Bremsanlage des Tenders genau so verschlissen war wie die bei der Lok. Also wurde auch hier die komplette Bremsanlage ausgebaut und alle Buchen und Bolzen vermessen. Leider mussten hierbei die meisten gewechselt werden. Bei der Zerlegung der Achslager stellten wir fest, dass die Hälfte der Weißmetallbeschichtungen erneuert werden mussten. Das Steuerventil und den Bremszylinder führten wir zur Aufarbeitung der Eisenbahn-Werkstatt Krefeld (EWK) zu. Zum Schluss wurde der Kuppelkasten gründlich gereinigt, geschliffen und grundiert. Des Weiteren wurden danach die gereinigten und geprüften Kuppelkastenfedern inkl. Mechanik und Tenderpuffer angebaut. Nach Ermittlung der Tenderpufferausgleichsmaße kann der Kuppelkasten wieder komplett zusammengebaut werden. |
|
|
|
|
|
|
Aber wir haben noch mehr geschafft.
Der Lokrahmen wurde gründlich und sorgfältig genadelt, geschliffen und grundiert.
Da im Rahmen der HU auch die Achslager untersucht werden mussten, wurden die Achslagerunterkästen geöffnet. |
|
|
|
|
Dabei fiel uns als erstes auf, dass die Schmierpolster und die meisten Andruckfedern austauschwürdig waren. Nach viel Nieterei, Anpassen der Reservepolster und Aufnähen der neuen Schmierpolster sind wir stolze Besitzer erstklassiger neuer Schmierpolster. Zum Abdichten der Achslagerkästen wurden neue Filze angefertigt. Für diese mussten erst einmal Schablonen hergestellt werden. Man sieht immer wieder: Arbeit zieht Arbeit nach sich. |
|
|
Bei der weiteren Untersuchung der Achslagerkästen, der Achsen und der Achslager stellte sich heraus, dass ein Treibachslager neu ausgegossen werden musste. Zum Ausbau wurde der Lokrahmen komplett abgehoben. Durch das Abheben konnte nun auch das Vorlaufdrehgestell hinaus geschoben und aufgearbeitet werden. Den größten Arbeitsaufwand stellte auch hier die Bremsanlage dar. Aber da wir inzwischen Übung hatten, wurde diese sehr schnell fertig. Das Vorlaufdrehgestell haben wir zeitgleich genadelt, geschliffen, grundiert, lackiert. Nach dem Trocknen der Farbe wurde die überarbeitete Bremsanlage wieder eingebaut. |
|
|
|
|
|
|
In der Zwischenzeit ist der Kessel von seiner Instandsetzung wieder in Bochum angekommen. Da er im Moment aber nur im Weg ist, wird er erst einmal wieder auf das Kesseldrehgestell gelegt. Bei der Begutachtung ist sofort die vorbildliche und saubere Arbeit der polnischen Schlosser aufgefallen. Vielen Dank für diese Arbeit. Dazu später noch ein paar Zeilen.
Zurück zum Lokrahmen: Es sind die ersten Umlaufbleche wieder montiert worden. Das Steuerventil, der Bremszylinder und auch das Treibachslager sind von der Instandsetzung ebenfalls bei uns eingetroffen. Als erstes wurde das Treibachslager wieder eingebaut, Stellkeile bearbeitet, Stellkeilspannschrauben und Achslagerunterkästen zum Einbau vorbereitet. Mit der Firma Malowa konnten wir dann alles ebenfalls einbauen und den Rahmen auf die Achsen absenken. Natürlich mit dem Vorlaufdrehgestell. |
|
|
|
|
|
|
So jetzt mal „in Kürze“ was noch alles geschehen ist:
Beim Zusammensetzen der Achslagerunterkästen wurden neue Dichtfilze angefertigt, wobei allerdings erst einmal neue Schablonen hergestellt werden mussten. Die Reparatur der Bremsanlage von Lok und Tender dauern noch an, wir sind aber schon ein Stück weiter gekommen. Es wurde die Marcotty-Tür aufgearbeitet und eine Neukonstruktion der Kohlenschleuse geplant. Alle Federn wurden von der Firma Malowa überprüft und in Ordnung befunden. Die Steuerventile, Bremszylinder, Gestraventile und Speiseventile wurden bei EWK aufgearbeitet. Die Überhitzerelemente drückten wir ab. Fünf Stück waren undicht und werden neu angefertigt. Der neue Aschkasten ist jetzt auch angekommen und wird zum Anbau vorbereitet. Der Regler wurde komplett eingebaut und versplintet. ebenso der Ölpresser für Speise- und Luftpumpe überholt, geprüft und zum Einbau vorbereitet. Die Spurkranzschmierung funktioniert auch wieder genauso wie die Druckausgleicher. Es wurde auch die Rauchkammerstütze für den Umbau vorbereitet, von bisher geschweißter Ausführung in die neue geschraubte Ausführung. Die Anpassung selber macht die Firma Malowa. Des Weiteren wurde der Lokrahmen zum Einsetzen des Kessels vorbereitet. Die gereinigten und lackierten Umlaufbleche sind jetzt wieder alle angebaut. Das Sorgenkind „Einströmflansche“ wurde perfekt gelöst, die Sandfallrohre die unter dem Umlauf sitzen wurden schon montiert. Zur Zeit werden die Luftleitungen verlegt und alle luftseitigen Ventile eingebaut. Alle Bleche, ob groß oder klein, wurden aufgearbeitet, grundiert und lackiert. Auch wurde ein neuer Kesselblechabstandshalter im Bereich des Stehkessels neu angefertigt. Wir setzten auch die Kesselbandagen und Langkesseltrageringe instand. Die Kesselverkleidungsstützen, die es ermöglichen Isoliermaterial zwischen Kessel und Blech einzubauen, wurden neu angefertigt.
(Ist die Halle kalt, muss man eben mehr arbeiten.) |
|
|
|
|
|
|
Nochmals zum Kessel:
Außer dass alle Stehbolzen gewechselt wurden hat der Kessel bis auf 7 Stück auch neue Waschluken bekommen. Davon wurde eine anders platziert, um das Auswaschen des Kessels zu erleichtern. Der Bodenring haben wir ausgebaut, bearbeitet und gerichtet. Die inneren Bleche wurden großzügig ersetzt. Auch wurde ein großer Flicken am Kesselschuss angebracht und ein neuer Rohrsatz eingebaut.
Neben den massiven Instandsetzungen wurde der Kessel auch in den Ursprungsform zurückgesetzt. Das heißt dass die alte Rostlage jetzt nicht mehr stimmt und zum Teil neu angefertigt werden muss. In der alten Form war der Kessel 25 mm in der Mitte breiter, jetzt hat er wieder von vorne bis hinten ein einheitliches Maß. Gleichzeitig zum Vorbereiten des Kessels zwecks Einsetzen in den Lokrahmen werden schon die ersten Kesselbleche mit Isolierung angebaut. Dadurch dass die Bleche zu verschiedenen Zeiten bearbeitet wurden, ist jetzt eine bunte Mischung an Farben auf den Kesselblechen zu sehen.
In Kürze wird der Kessel zum ersten Mal in den Rahmen gehoben um Maße zu nehmen und Anpassungen vorzunehmen. Gleichzeitig wird der Aschkasten probehalber angepasst und das Führerhaus aufgesetzt. Das genaue Ausrichten des Kessels und gleichmäßige Auflage auf den Gleitstücken ist sehr wichtig, da es hilft bei guter Einstellung das Schlingern des Kessels während der Fahrt zu minimieren. Danach wird alles noch einmal abgebaut um den Kessel und Rahmen zum endgültigen Einbau vorzubereiten. Das dürfte innerhalb einer Woche geschehen und wird von der Fachfirma Malowa federführend durchgeführt. |
|
|
|
|
|
Aktualisierung Stand 03.2009 von R. Meick
Bilder: R. Meick |
38-2267 Kesselschaden Stand Mai 2009 | Die Diesellokomotive "212 007" |
|