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AUS DEM LOKSCHUPPEN
 

Ein Bericht von Hans-Henning Pietsch

"Kleinkram" im Lokschuppen

Im Lokschuppen stehen Lokomotiven. Das ist nicht verwunderlich, schließlich sind wir ein Eisenbahnmuseum und da sind die imposanten Maschinen nun einmal die Stars. Aber auch einige andere interessante Geräte können die Besucher bei uns finden. Einige davon möchte ich hier kurz vorstellen:

 
 

Der Einachsschieber, oder die kleinste Lok in Dahlhausen
Immer wieder bleiben einige Museumsbesucher neugierig, mit fragendem Blick vor unserem Einachsschieber stehen. Wozu mag dieses Gerät wohl gedient haben? Oft hört man dann Vermutungen wie:

 
 

Ein Hilfsmittel zum Abschleifen der Schienen oder vielleicht zum Anziehen der Schwellenmuttern. Kaum jemand erkennt in diesem Gerät die kleinste Lokomotive im Eisenbahnmuseum. Einachsschieber wurden zur rationelleren Gestaltung der Rangierarbeiten in Betrieben mit geringem Fahrzeugaufkommen entwickelt. Man nutzte dabei geschickt das Gewicht der Waggons aus, um den Anpressdruck des Antriebsrades auf die Schienen zu erhöhen. So konnte ein einzelner Arbeiter, anstelle von sechs, die sonst zum Verschieben von Hand notwendig wären, problemlos einen Güterwagen rangieren. Unser Einachsschieber, den die Pinneberger Firma ILO produzierte, verfügt über einen 4-kW-Motor. Auch in der Waggonaufarbeitung des Bahnbetriebswerkes in Dahlhausen war ein Einachsschieber im Einsatz.

 
 

Lokomotivverzugwinde
Eine kalte Dampflok lässt sich nicht so einfach in Bewegung bringen. Während Diesel- oder Elektroloks relativ schnell einsatzbereit sind, vergehen bei einer Dampflokomotive einige Stunden, bis sie sich aus eigener Kraft in Bewegung versetzen kann. Daher wurden in Bahnbetriebswerken Lokomotivverzugwinden installiert.

 
 

Diese, meist elektrisch angetriebenen, Winden konnten die tonnenschweren Lokomotiven bewegen. Über im Boden fixierbare Umlenkrollen konnten auch Gleise erreicht werden, die sich nicht unmittelbar in der Nähe der Winde befanden.

 
 

Testplatz für Dampfloklichtmaschinen
Für die elektrische Beleuchtung benötigen auch Dampflokomotiven Strom. Dieser wird mit dampfgetriebenen Generatoren erzeugt. So ein Gerät liegt hier zum Einregeln der korrekten Spannung auf dem Messtisch. Im vorderen, konischen zulaufenden Teil befinden sich eine Dampfturbine und ein Fliehkraftregler. Dieser Regler steuert die Drehzahl auf 3600 Umdrehungen pro Minute ein.

 
 

Im länglichen, zylindrischen Teil steckt der eigentliche Gleichstromgenerator. Die Begrenzung der Spannung erfolgt durch einfache Drahtschiebewiderstände, die in dem eckigen Kasten auf dem Generatorteil untergebracht sind. Auf diesem Messplatz konnte die Lichtmaschine mittels Dampf, der durch das Rohr unten links einströmt, in Bewegung gesetzt werden. Anschließend wurden die Widerstände so eingestellt, dass die vorgeschriebene Spannung von 24 Volt erreicht wird. Diese Generatoren sehen recht gewaltig aus, hatten aber nur eine Leistung von ungefähr 0,5 KW. Für die Versorgung eines Zuges reichte diese geringe Leistung nicht aus, daher verfügten früher viele Personenwagen über eigene Achsgeneratoren und Batterien. Dampfloks, die mit einer INDUSI (Induktive Zugsicherung) ausgestattet waren, benötigten noch eine weitere Lichtmaschine. Diese lieferte eine Wechselspannung mit vorgegebener Frequenz.

 
 

Hydraulik Hebeeinrichtung
Normalerweise bewegen sich Loks und Wagen auf Schienen. Aber es kann dabei auch mal zu Entgleisungen kommen. Früher benutzen die Eisenbahner bei Unfällen handgetriebene Winden, um die Fahrzeuge wieder auf die Schienen zu stellen. Dies bedeutete für die Personale natürlich eine körperlich schwere Arbeit, sodass Alternativen gesucht wurden.

 
 

Hydraulische Hebeeinrichtungen erleichtern diese Tätigkeit. Der über ein Motoraggregat erzeugte Öldruck lässt sich mittels eines zentralen Steuergerätes nach Bedarf auf die einzelnen Hebestempel leiten. So lassen sich die entgleisten Lokomotiven und Wagen leichter wieder auf die Schienen bringen.

Museumstage September 2006 | Kindertag 16.07.2006